Igersheim. Der Herbstliederabend des Igersheimer Sängerkranzes in der geschmückten Erlenbachhalle brachte für die Besucher zahlreiche Leckerbissen des Chorgesangs – deutsches und internationales Liedgut.
Charmante Gastgeber: Der Sängerkranz Igersheim mit Dirigent Michael Schlor.
Zu hören waren neben dem gastgebenden Sängerkranz (Leitung Michael Schlor), der Liederkranz Hollenbach (Volkmar Deeg), die Männerchorgemeinschaft Hollenbach- Hohebach (Volkmar Deeg), der Gesangverein Elpersheim (Verbandschorleiter Erhard Rommel), der Männerchor Harmonie Moordeich (Anna Koch), der nach einigen Jahren wieder die weite Reise von der Hansestadt Bremen ins liebliche Taubertal antrat und seinen Auftritt mit dem Jahresausflug verband. Gespannt war man natürlich auf den Premierenauftritt des Gospelchors Black & Blue aus der Nachbargemeinde Markelsheim, dem seine außerordentlichen gesanglichen Qualitäten schon voraus geeilt waren. Als Moderator fungierte Georg Jetzinger, der mit Witz, Humor und Sachverstand durch den Abend führte. Neben den Gastchören und den Zuhörern begrüßte er auch Bürgermeister Frank Menikheim und den Beirat des Sängergau Hohenlohe, Friedrich Müller, der später eine Ehrung vornahm.
Friedrich Müller (links) und Elisabeth Gunßer (rechts), ehrten Alfons Teufel für 60 Jahre aktives Singen im Chor.
Erfreulich nebenbei die Tatsache, dass die Halle sehr gut besetzt war, was einerseits für die ungebrochene Beliebtheit des Chorgesangs und für das alljährlich anspruchsvolle Programm spricht.
Und in der Tat bewiesen die auftretenden Chöre für jeden hörbar, dass sich ihr ohnehin schon breit gefächertes Repertoire auch hin zu anspruchsvollen deutschen und internationalen Hits aller Stilrichtungen hin bewegt.
So war aus nicht wenigen Vorträgen heraus zu hören, dass ihre musikalischen Wurzeln beispielsweise bei Gitte Hænning und Rex Gildo, den Les Humphrey Singers, der ZDF-Show “Musik ist Trumpf” mit Peter Frankenfeld und Harald Juhnke, bei Peter Maffay, Nik P und DJ Ötzi, dem legendären Hazy Osterwald Sextett, den Beach Boys, den Komponisten klassischer Werke (Mozart, Johann Strauß), ja sogar bei der Mainzer Fasenacht (Toni Hämmerle) liegen.
Der Sängerkranz Igersheim, der den Reigen der Chöre eröffnete, sprühte geradezu vor musikalischem Tatendrang. Die Igersheimer Sänger und Sängerinnen um ihren musikalischen Leiter Michael Schlor, gaben mit den Titeln “Ich hab das Glück bestellt”, “Musik ist Trumpf”, “Zwei auf einer Bank” und “Tritsch-Tratsch” die Richtung in einen schwungvollen und international geprägten Liederabend vor. Nicht minder begeisterte der Gesangverein Elpersheim, der mit den Trinkliedern “Trinkkanon”, “Weinland” und “Im Weinparadies” auch ein Hoch auf den Taubertäler Wein verband.
Die Männerchorgemeinschaft Hollenbach-Hohebach huldigte mit “Freunde auf, lasst die Gläser klingen” ebenfalls dem edlen Rebensaft und ließ mit der Säuferballade durchklingen, dass die “Krönung der Schöpfung” die Frauen sind.
Die Sänger des Männerchors Harmonie Moordeich stellten sich voluminös mit dem Lied “Es löscht das Meer die Sonne aus” vor, dessen Melodie sehr stark an den Ohrwurm “La Montanara” des Trientiner Bergsteigerchors erinnerte. Mit dem Satz von Friedrich Silcher “Panis Angelicus” und der Volksmelodie “Bajazzo” trafen die Männer aus dem Norden, nun unterstützt von der herrlichen Sopranstimme ihrer Dirigentin Anna Koch, genau den Nerv.
Dies gelang im Nu auch den Sängerinnen und Sängern des Markelsheimer Gospelchors Black & Blue, der mit einer geballten Ladung gesanglichen Hochgenusses ala “Help my stand”, “Come into his presence” und “You are good” die restlos begeisterten Zuhörer in die schwarze Welt des Soul und Gospel entführten. Mit den Gospels “Living he loved me”, “In the presence of the Lord” und “This Train” schwappte das Temperament der Black & Blue-Akteure dann endgültig auf die Zuhörer über, die sich fesseln ließen von der gigantischen Soulstimme der Solosängerin Sylvia Baumann.
Solosängerin Sylvia Baumann zog mit ihrer gigantischen Soulstimme die Zuhörer in ihren Bann.
Und hätte man die Augen geschlossen, man hätte vor seinem geistigen Auge die Stimmen der legendären Mahalia Jackson und der Queen of Gospel Aretha Franklin erkannt. Im übrigen ist das Wort “Gospel” die Abkürzung von “Good-Spell”, auf deutsch “Gute Nachricht”. Im Mittelpunkt dieser Musik steht die gute Nachricht von Jesus Christus und der Liebe Gottes. Es ist eine Musik, die Fröhlichkeit, Hoffnung und tiefen Glauben rhythmisch und kraftvoll darbietet und Lebensfreude vermittelt. So gesehen vermittelte der Gospelchor Black & Blue am Samstagabend eine sehr gute Nachricht, die bei den Zuhörern Fröhlichkeit und fast entfesselnde Lebensfreude entfachte. In diesem Zusammenhang betonte Chorleiterin Monika Halbmann, dass Black & Blue keine bekannten Gospelsongs nachsingt, sondern die Songs eigens für den Chor von Songschreibern der Wittener Gospelszene komponiert werden.
Der Gospelchor Black & Blue gab eine beeindruckende und stimmgewaltige Vorstellung in der Erlenbachhalle.
Die Moordeicher Mannen verabschiedete sich vielbeklatscht mit “Mala Moja”, “Dankeschön und auf Wiedersehen” und der Zugabe “Amazing Grace”, der Liederkranz Hollenbach mit dem Maffay-Hit “Über sieben Brücken musst Du gehn” und der Gesangverein Elpersheim mit dem Ohrwurm “Ein Stern, der deinen Namen trägt”. Die Sänger und Sägerinnen des gastgebenden Chores setzten mit dem “Kriminaltango” den gesanglichen Schlusspunkt und mit dem Welthit der Beach Boys “Barbara Ann” zu mitternächtlicher Stunde zugleich den musikalischen Heimbegleiter unter einen Liederabend, der sich auszeichnete durch seine außerordentliche gesangliche Qualität der vortragenden Akteure.